Lipocura München | Physiotherapeutin Melanie Lorenz behandelt Patientin auf der Liege

Konservative Therapie bei Lipödem

Es gibt einige Mög­lich­kei­ten, die Beschwerden ohne Operation zu lin­dern. Die fol­gen­den Maß­nah­men zie­len meist dar­auf ab, den Was­ser­ein­la­ge­run­gen ent­ge­gen­zu­wir­ken und den Lymph­fluss wie­der anzu­kur­beln. Dadurch sol­len die Schwel­lun­gen in Armen und Bei­nen zurück­ge­hen und die Bewe­gungs­frei­heit kann Betrof­fe­nen ein Stück weit zurück­ge­ge­ben wer­den.

Entstauungstherapie Lipödem

Das wichtigste Ziel der konservativen Behandlungsmöglichkeiten ist es, das im Gewebe gespeicherte Wasser so gut es geht zu verringern – das Gewebe also zu entstauen. Dieses Ziel kann in vielen Fällen mit regelmäßiger Lymphdrainage sowie mit Kompressionsverbänden erreicht werden.

Manuelle Lymphdrainage (MLD)

Das Prinzip der Lymphdrainage basiert auf der Anregung des Lymphabflusses. Die Lymphgefäße können ihre Aktivität verstärken und dementsprechend die Gewebeflüssigkeit
schneller abtransportieren, wenn sie durch die Lymphdrainage dazu angeregt
werden.

Bei der Lymphdrainage werden die von den Wasseransammlungen betroffenen Stellen mit rhythmischen und kreisenden Bewegungen massiert. Anders als bei einer herkömmlichen Massage erfolgt die Behandlung mit äußerst sanften und nicht mit festen Handgriffen.

Im Anschluss kann  eine Ban­da­gie­rung angelegt werden, die über Nacht belas­sen wird, sodass der Effekt der Lymph­drai­nage län­ger anhält. Die Ent­stau­ungs­the­ra­pie bewirkt tem­po­rär eine leichte Umfangreduzierung und in vie­len Fäl­len einen Rück­gang der Schmer­zen. Anhal­tende Bes­se­run­gen blei­ben aber lei­der aus, da das Grund­pro­blem nicht behan­delt wird. Eine Liposuktion ist dann der einzige Weg, um Schmerzen langfristig zu lindern und die Ästhetik wiederherzustellen.

Die Lymphdrainage bei Lipödem sollte ein bis zweimal die Woche durchgeführt werden. Die Lymphdrainage sorgt beim reinen Lipödem primär für eine Schmerzlinderung die das Tragen der für die konservative Therapie notwendigen Kompressionswäsche ermöglicht.

Noch effektiver als die manuelle Lymphdrainage ist Schwimmen bzw. Aquajogging und Aquagymnastik. Aufgrund des Wasserdrucks kommt es zu einer sanften Entstauung der Lymphflüssigkeit. Hilfreiche Informationen für Aquajogging Angebote im Raum München haben wir für Sie zusammengefasst.

Kompressions-Versorgung

Begleitend zur Lymphdrainage wird für Sie zudem Kompressionswäsche angefertigt, die beim Lipödem einer Flachstrick-Kompression entspricht (im Gegensatz zu Venenleiden
mit Rundstrick-Kompression).

Die Kompressionswäsche erhöht den Druck im Gewebe und sorgt dafür, dass weniger Flüssigkeit aus den Blutkapillaren ins Gewebe gelangt. Darüber hinaus wird die Funktion der Lymphklappen sowie die Strömungsverhältnisse der Lymphgefäße verbessert. Der Druck auf die bestehenden Ödeme verteilt diese auf eine Größere Fläche und erleichtert den Abfluss bzw. Abtransport der Lymphflüssigkeit aus
dem Bindegewebe. Abschließend wird die Distanz zwischen Zellen und Blutgefäßen verringert, wodurch diese besser mit Nährstoffen versorgt und von Abfallstoffen befreit werden können.

Die Kompressionsversorgung wird nach Ihren Maßen individuell für Sie in einem Sanitätshaus hergestellt und die Kosten werden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Es gibt Strumpfhosen, eine Kombination von Strümpfen und Hose sowie Armstrümpfe und Boleros. Besonders wichtig ist, dass die Kompressionswäsche auch wirklich perfekt passt, da sie sonst einschneidet und ihre volle Wirkung nicht entfalten kann.

Die Kompressionswäsche sollte außer nachts möglichst immer getragen werden. Vor allem bei Sport wie Joggen und Trampolinspringen sollte immer Kompressionswäsche
getragen werden, da die Erschütterung das Gewebe und die Lymphbahnen anstrengt. Beim Schwimmen sollte natürlich auf das Tragen der Kompressionswäsche verzichtet werden. Bei allen anderen Sportarten sollte die Wäsche grundsätzlich getragen werden, je nachdem, ob es der Patientin damit besser geht.

Medikamentöse Behandlung

Es ist dringend zu beachten, dass das Lipödem nicht mit Medikamenten behandelbar ist.
Entwässernde Medikamente sollten strikt vermieden werden, da sie den Krankheitsverlauf verschlimmern.

Komplexe Physikalische Entstauungstherapie (KPE)

Im Rahmen einer Rehamaßnahme kann die komplexe physikalische Entstauungstherapie (KPE) stationär in einer Lymphklinik durchgeführt werden. Sie beinhaltet manuelle Lymphdrainage, Kompression, Hautpflege sowie Bewegungstherapie. Eine solche Kur
dauert ungefähr drei Wochen. Zudem können Schmerzen und
Flüssigkeitseinlagerungen im Gewebe reduziert werden. Die bereits entstandenen
Effekte der Krankheit können jedoch nicht nennenswert rückgängig gemacht werden. Somit bleibt das bestehende Fettgewebe weitestgehend unveränderbar.

KPE Kuren können in erster Linie die Reduzierung von Berührungs-und Druckschmerzen herbeiführen. Zudem kann eine Rückbildung der Wassereinlagerungen und und somit eine Reduktion des Beinumfangs von bis zu 10% erreicht werden. Die Kur muss regelmäßig durchgeführt werden.

Nachteil aller konservativen Therapien

Wie in den Leit­li­nien der Gesell­schaft für Phle­bo­lo­gie fest­ge­hal­ten ist, kommt es durch die kon­ser­va­tive The­ra­pie nicht zur Reduk­tion von Fett­zel­len, son­dern ledig­lich zu einer Ent­stau­ung durch den ver­bes­ser­ten Lymph­fluss. Damit kann Pati­en­tin­nen zwar kurz­zei­tig gehol­fen wer­den und im bes­ten Fall schrei­tet die Erkran­kung durch kon­ser­va­tive Maß­nah­men nicht wei­ter fort, eine dau­er­hafte Bes­se­rung der Beschwerden tritt jedoch nicht ein.

Bewegungstherapie Lipödem

Zwar kann man das Lipö­dem nicht „weg­spor­teln“, den­noch hält regel­mä­ßige Bewe­gung das Herz-Kreis­lauf-Sys­tem fit und regt zudem den Lymph­ab­fluss an. Die Schwel­lun­gen der Beine kön­nen jedoch durch Sport zuneh­men, des­halb sollte bei sport­li­cher Betä­ti­gung immer Kom­pres­sionswäsche getra­gen wer­den. Diese ver­hin­dert, dass das Blut bei Anstren­gung den Weg nicht mehr nach oben zum Her­zen schafft und in das Gewebe oder unter die Haut gepumpt wird. Da die Gelenke bei Lipö­dem-Pati­en­ten meist stär­ker bean­sprucht sind, eig­nen sich Sport­ar­ten wie Schwim­men, Aqua­gym­nas­tik und Aquacy­cling.

Lipödem Entwässerung

Neben den unge­woll­ten Fett­an­samm­lun­gen haben Pati­en­tin­nen mit Was­ser­ein­la­ge­run­gen zu kämp­fen. Des­halb wer­den häu­fig Entwässerungstabletten bei Lipödem ein­ge­nom­men, die das Pro­blem jedoch ledig­lich ver­schlim­mern. Die Wirk­­­stoffe in den Medi­ka­men­ten ent­zie­hen den Blut­ge­fä­ßen selbst das Was­ser. Die Was­ser­ein­la­ge­run­gen, wie sie beim Lipö­dem vor­kom­men, befin­den sich jedoch zwi­schen den Zel­len und genau dort wir­ken die ent­wäs­sern­den Medi­ka­mente nicht. Fol­gen die­ser fal­schen Anwen­dung kön­nen ein Man­gel an Elek­tro­ly­ten und Throm­bose sein. Aus die­sem Grund soll­ten Betrof­fene Ent­wäs­se­rungs­ta­blet­ten mei­den.

Diät Lipödem

Lei­der sind Diä­ten bei Lipödem weit­ge­hend nutz­los in Bezug auf das erkrankte Fett­ge­webe. Das betrof­fene Areal gibt die Ener­gie­spei­cher selbst bei regel­mä­ßi­gem Sport und stren­ger Diät nicht frei. Das Fett bleibt, wäh­rend der Rest des Kör­pers – ins­be­son­dere der Ober­kör­per – immer weni­ger wird. Dies bedeu­tet jedoch nicht, dass Lipö­dem-Pati­en­tin­nen nicht wie alle Men­schen auf eine gesunde und aus­ge­wo­gene Ernäh­rung ach­ten soll­ten. Denn Gewichts­zu­nah­men haben einen nach­weis­lich schlech­ten Ein­fluss auf das Lipö­dem. Wir geben Ihnen gerne Tipps und empfehlen Ihnen Experten, die Sie zu einer gesunden Ernährung beraten können.

AIK bei Lipödem

Die sogenannte apparative intermittierende Kompressionstherapie (AIK) ist eine Ergänzung zur manuellen Lymphdrainage. Die AIK kann jedoch nur in Kombination mit der manuellen Lymphdrainage von Nutzen sein, da freie Lymphbahnen die Voraussetzung dafür sind. Die Therapie kann von Ihnen selbst durchgeführt werden.  Produktbezeichnungen sind z. B. Lymphamat oder Lymphapress.