Unser Team – Aktuelles

Liebe Patientinnen,

Frau Dr. Demal ist Fachärztin für Anästhesie und seit 2009 bei Lipocura.

Hier gibt sie Antworten auf die häufigsten Fragen zur Narkose und stellt sie sich kurz persönlich vor:

Wie läuft die Narkose ab?

Die Liposuktion findet in Allgemeinanästhesie (Vollnarkose) statt. Dies hat den Vorteil gegenüber Liposuktionen in Lokalanästhesie, dass in einer Op, die zur Behandlung geplanten Körperbezirke kompletter behandelt werden können. Limitieren unter Allgemeinanästhesie die zu behandelnde Körperoberfläche und das abzusaugende Volumen (6-8 l) die Ausdehnung des Eingriffs, ist der Eingriff unter Lokalanästhesie zusätzlich durch die zu beachtende Maximaldosierung des Lokalanästhetikums trotz Verdünnung in der sog. Tumenszenzlokalanästhesie zu beachten, um signifikante Nebenwirkungen dieser zu vermeiden. Um aber eine ausreichende Schmerzausschaltung (Analgesie) unter Lokalanästhesie zu erreichen, ist die Fläche bzw. Absaugmenge in der Folge gegenüber der Allgemeinanästhesie deutlich reduziert. Darüberhinaus sind die Patientinnen während des gesamten Eingriffs von der spezialisierten Fachdisziplin der Anästhesie konzentriert und kontinuierlich vital überwacht. Die individuelle Reaktion auf die, bei der Liposuktion entstehenden Volumenverschiebungen bzw. Kreislaufreaktionen, können durch den Anästhesisten direkt ausgeglichen werden. Ebenso wird durch die dafür speziell qualifizierten Fachärzte der Anästhesie eine optimale perioperative Schmerztherapie und Vorbeugung von im Rahmen von Operationen möglicher Übelkeit und Erbrechen gewährleistet, so dass ein optimierte postoperative Situation resultiert. Ernsthafte Komplikationen können so kontrolliert im Vorfeld vermieden und im sehr seltenen Ernstfall umgehend fachkompetent therapiert und beherrscht werden. Nicht zu vernachlässigen ist die Stressabschirmung der Patienten unter Allgemeinanästhesie, da sich Stressreaktionen negativ auf Vitalfunktionen und das postoperative Outcome auswirken können.

Was ist das für ein Gefühl einzuschlafen?

Für eine Mehrheit operativer Patienten, ist der Moment des Einschlafens, des persönlichen Kontrollverlustes, naturgemäß mit Angst behaftet. Das Fachpersonal der Anästhesie, wird Sie hierbei kompetent begleiten und Ihnen während des Einschlafens erklärend und beruhigend zur Seite stehen. Prinzipiell verwenden wir zur Narkoseführung zur Liposuktion die sog. Total-intravenöse-Anästhesie mit dem Schlafmittel Propofol verwendet, welches ein angenehmes Einschlafen und Aufwachverhalten gewährleistet. Alle Medikamente die zur Aufrechterhaltung eines Narkoseschlafs eingesetzt werden, sind prinzipiell kurz wirksam und müssen demzufolge kontinuierlich zugeführt werden (hier kontinuierlich über den Venenzugang), was sie in Tiefe und Dauer steuerbar macht. Nähert sich die Op dem Ende, geht der Anästhesist entsprechend der bekannten Wirkdauer des Narkosemittels, mit der Dosis zurück bzw. beendet diese, so dass die Patienten sehr zeitnah zum Op Ende mit Absinken des Wirkspiegels im Blut wach werden.

Bekommt man von der Op etwas mit?

Ganz klar NEIN! Wie sich an den oben ausgeführten Erklärungen ergibt, wird während der gesamten Op die bedarfsgerechte und ausreichende Gabe von Narkose- und Schmerzmittel gewährleistet. Fallberichte der sog. „Awareness“ (Wachheit) während einer Operation, sind Einzelfälle, die v.a. in anderen Op Gebieten beheimatet sind, wie etwa dem Kaiserschnitt unter Vollnarkose, da man hier sehr vorsichtig dosiert. Bevor ein Patient bewusst wach wird, zeigt die kontinuierliche Überwachung von u.a. Kreislaufparametern eine „Stresssituation“ z.B. durch Schmerz an, was eine sofortige Vertiefung der Narkose zur Folge hat.

Wie sicher ist eine Vollnarkose bei erhöhtem BMI?

Speziell diese Patienten profitieren von einer geplanten, kontinuierlich überwachten Allgemeinanästhesie. Bei dem sorgfältig durchgeführten präoperativen Narkosegespräch werden mögliche erhöhte Risiken bzgl. Beatmung oder durch mögliche Begleiterkrankungen genau erfasst und das geeignete sichere Verfahren gewählt. Eine geplante Vollnarkose unter gesichertem Atemweg, mit Schutz vor Aspiration durch Intubation, kann hierbei die sicherere Methode sein, als der sogenannte Dämmerschlaf.

Muss man nach dem Aufwachen starke Schmerzen befürchten?

Die Vermeidung und Behandlung von perioperativen Schmerzen ist eine der Königsdisziplinen der Anästhesie. Daher ist auch in diesem Zusammenhang die durch Fachärzte der Anästhesie geführte Allgemeinanästhesie zur Liposuktion von Vorteil. Ihm Rahmen des Narkosevorgesprächs, wird bereits eine präopertiv zu verabreichende Schmerztherapie vor Narkoseeinleitung festgelegt. Die vorbeugende medikamentöse Besetzung von Schmerzrezeptoren vor der Op, ist mit einem niedrigerem Schmerzlevel nach der Op verbunden. Schon während der laufenden Op wird diese Schmerztherapie durch rechtzeitig begonnene Verabreichung von Schmerzmitteln in der laufenden Infusion ergänzt, die dann am Ende der OP maximale Wirkung erreichen. Das Ziel ist ein sehr komfortables Aufwachen ohne belastende Schmerzen zu erreichen. Mit diesem beschriebenen Konzept ist dies in der Mehrheit der Fälle zu erreichen. Man orientiert sich hierbei an einer sog. Numerischen Schmerzskala (NRS) mit „0“ keinem und „10“ individuell maximal vorstellbarem Schmerz. Postopertiv ist es manchmal nich möglich auf „0“ zu kommen, sprich man merkt, dass etwas „gemacht“ wurde. Sollten postoperativ trotzdem Schmerzen > 3-4 auftreten, bedürfen diese einer ergänzenden Therapie. Dies wird umgehend in der postoperativen Überwachung durchgeführt. Auf Normalstation erfolgt eine fest angesetzte Basis-Schmerztherapie und eine zusätzlich bedarfsorientierte Gabe von Schmerzmitteln.

Was ist Ihre Motivation bei Lipocura zu arbeiten?

Ich durfte schon seit 2009 das Anfangsteam von Lipocura anästhesiologisch begleiten. In dieser Zeit wurde das Lipödem als Krankheit erst bewusst. Seither ist viel Wissen und Erfahrung dazugekommen, was das Team von Lipocura aus meiner Sicht fortschrittlich und fachlich höchst kompetent wie sorgfältig mit den Patientinnen im Fokus umsetzt.
In der jahrelangen Zusammenarbeit habe ich mich mit dem Thema Lipödem sorgfältig befasst und unzählige Patientinnen anästhesiologisch begleitet. Aus tiefer Überzeugung unterstütze ich daher sehr gerne das Team von Lipocura, um Patientinnen in der Erstberatung aus meiner langjährigen Erfahrung heraus zu informieren.

Was macht Ihnen an Ihrer Tätigkeit besonders Spaß?

Prinzipiell ist es eine berufliche wie menschliche Bereicherung, in einem medizinischem Team mitwirken zu können, dessen Methode/Philosophie man gänzlich unterstütz (das ist nicht selbstverständlich).
Um so mehr ist es für mich immer wieder schön, über den kurzen anästhesiologisch Kontakt, persönlich Lipocura Patientinnen zu betreuen, um Ihnen mit einen Weg aus dem oft verkannten langjährigen Leidensweg aufzuzeigen und auch gleichzeitig die Sorge vor der Narkose nehmen zu können.

Wie können Sie am besten nach der Arbeit Energie tanken?

Ich mache nach 24 Jahren meinen Job immer noch mit Begeisterung, so dass quasi während der Arbeit positive Energie zurückfließt. Nicht desto trotz braucht man auch Abstand und Entspannung. Ich koche gerne gemütlich nach der Arbeit für meine Kinder, genieße das Zusammensein bei Kerzen, Ruhe finde ich im Garten und der Natur.

Was können Sie Patienten mit auf den Weg geben, die kurz vor ihrer ersten Op stehen?

Dass Sie tief vertrauen können. Dem Team von Lipocura in der kompetenten, erfahrenen Diagnosestellung und Behandlung des Lipödems, sowie dem gesamten Team der Iatrosklinik. In der jahrelangen Zusammenarbeit hat sich hier eine Symbiose aus Chirurgie, Anästhesie und Pflege auf höchstem medizinischem, wie menschlichem Niveau entwickelt, so dass man die Sorgen beiseite legen und sich nur auf das postoperative Ergebnis und auf Minderung von Leid freuen kann!